Der Blutdruck und die Sauna: Das ist zu beachten

Die Sauna hat direkten Einfluss auf den Blutdruck. Daher stellt sich für viele Menschen die Frage, ob sie mit einem zu niedrigen Blutdruck oder mit Bluthochdruck überhaupt in die Sauna gehen dürfen. Die gute Nachricht: Für beide betroffenen Gruppen gilt ein eindeutiges Ja! 

Der Hintergrund: Die hohen Temperaturen führen dazu, dass sich die Gefäße erweitern und das Herz mehr Blut pumpt.  Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Beschwerden kann dies zu Problemen führen: Durch die erweiterten Gefäße sinkt der Blutdruck zunächst ab, so dass es bei Menschen mit niedrigen Blutdruck zu einem "Absacken" mit Schwindelgefühlen kommen kann. Für Bluthochdruckpatienten ist dies zunächst ein angenehmer Effekt, doch beim anschließenden Abkühlen ziehen sich die Gefäße dann eng zusammen, so dass der Blutdruck in die Höhe schnellt. Hier kann es bei dieser Gruppe zu gefährlichen Spitzen kommen. 

 

Allerdings haben Studien gezeigt, dass sich der regelmäßige Saunabesuch positiv auf den Blutdruck auswirkt, so dass beide Gruppen auf längere Sicht profitieren. Eine Langzeitstudie aus der Saunahochburg Finnland ergab beispielsweise, dass das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, bei regelmäßigen Saunagängern um bis zu 45% geringer war als bei Menschen, die nie die Sauna besuchten. Eine andere Studie ergab, dass regelmäßige Saunagänge bei schon existierenden Herz-Kreislauf-Beschwerden zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes führten. So konnte der Blutdruck bei Hypertonikern in einem Maß gesenkt werden, der der Wirkung medikamentöser Blutdrucksenker entsprach. 

Was ist bei niedrigem Blutdruck zu beachten?

Bei niedrigem Blutdruck ist es besonders wichtig, den Saunabesuch schonend anzugehen und auf die Signale des Körpers zu hören. Stellt sich beispielsweise ein Gefühl des Schwindels ein, sollte die Sauna sofort verlassen werden. Weiterhin ist es besser, mildere Saunen mit 50-60°C aufzusuchen und auf sehr heiße Saunen und körperlich anstrengende Aufgüsse zu verzichten. Das Abkühlen ist hier besonders wichtig, um den Kreislauf nach dem Saunieren in Schwung zu bringen, z.B. durch das kurze Eintauchen von Kopf bis Fuß in einem eiskalten Tauchbecken.

Was ist bei Bluthochdruck zu beachten?

Bei hohem Blutdruck gilt das Gegenteil: Menschen, die an Hypertonie leiden, sollten auf abruptes eiskaltes Abkühlen verzichten, um das Hochschnellen des Blutdrucks zu vermeiden. Für sie genügt es schon, sich langsam mit kühlem (nicht eiskaltem) Wasser abzuspülen und anschließend einige Minuten in der kalten Außenluft spazieren zu gehen. Auch hier ist es sinnvoll, erst einmal mildere Saunen aufzusuchen, um den Effekt auf den Körper auszutesten. 

Bei Zweifeln immer den Arzt fragen

Menschen, die sich aufgrund von Herz-Kreislauf-Beschwerden in medizinischer Behandlung befinden, sollten im Zweifelsfall stets den Arzt fragen, ob die Sauna in Frage kommt. Er kann bei Bedarf ein Belastungs-EKG durchführen um zu prüfen, wie das Herz und der Kreislauf auf die mit einer Sauna vergleichbare stärkere Belastung reagieren. Er kann auch prüfen, ab wann Menschen nach akuten Vorfällen wie einem Herzinfarkt, überhaupt wieder eine Sauna aufsuchen dürfen. 

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