Mit Erkältung in die Sauna?

Die Sauna gilt gemeinhin als wirkungsvolles Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte und damit zur Verhinderung von winterlichen Erkältungen und grippalen Infekten. Doch was, wenn es schon passiert ist? Die Nase läuft, die Kehle kratzt und Sie möchten trotzdem in die Sauna gehen? Dann sollten Sie einige wichtige Dinge beachten.

Nicht zum Höhepunkt der Erkältung in die Sauna

Sie kennen ja die uralte Weisheit: Eine Erkältung dauert mit Arzt sieben Tage und ohne Arzt eine Woche. Typischerweise verläuft die Erkältung in drei Phasen: Zu Beginn verspüren Sie leichte Symptome wie das typische Kratzen im Hals oder gehäuftes Niesen. Dann setzen sich Husten und Schnupfen durch und halten Sie ordentlich auf Trab. In den letzten beiden Tagen klingt die Erkältung dann wieder – Sie können endlich wieder durchschlafen und atmen befreit auf.

 

In der Anfangsphase können Sie durchaus noch in die Sauna gehen. Typische Symptome wie Gliederschmerzen werden durch die durchblutungsfördernde Wirkung der Sauna zu diesem Zeitpunkt gelindert. Allerdings kann es vorkommen, dass die Erkältung nach dem Saunabesuch dann so richtig zuschlägt, weil sich in der Wärme auch die Keime vermehren. Ist das Schlimmste überstanden, freut sich der Körper über die wohltuende Wärme und schwitzt die letzten Krankheitskeime aus.

 

Auf dem Höhepunkt der Erkältung sollten Sie auf den Besuch jedoch verzichten. Schon aus Rücksicht auf andere Saunabesucher, die in den engen Saunen nicht mit Ihren Schnupfenviren in Kontakt kommen möchten – was beim Niesen und Husten kaum vermeidbar ist. Doch auch Ihr eigener Körper sollte sich nun ganz auf die Bekämpfung der Viren konzentrieren können und nicht zusätzlich durch den kreislaufbelastenden Wechsel zwischen Schwitzen und Kälte belastet werden. 

Dampfbad statt Sauna

Bei Erkältungssymptomen verzichten Sie am besten auf besonders heiße und trockene Finnische Saunen, die den Kreislauf strapazieren. . Gehen Sie stattdessen ins Dampfbad, dessen warme sehr feuchte Luft besonders gut für Ihre Schleimhäute ist. Die feuchte Wärme entkrampft die Atemwege, so dass Sie wieder tiefer atmen können. 

 

Sofern vorhanden sind auch spezielle Kräutersaunen eine hervorragende Wahl. Ist die Luft mit Heilkräutern wie Pfefferminz oder Eukalyptus angereichert, bringt jeder Atemzug Erleichterung – das gleiche Prinzip, das Sie schon von sogenannten Erkältungsbädern für die eigene Badewanne kennen. 

Was ist beim Saunagang mit Erkältung noch zu beachten?

Achten Sie bei angeschlagener Gesundheit ganz besonders auf die Signale Ihres Körpers. Verlassen Sie die Sauna sofort, wenn Sie sich unwohl fühlen und fürchten, dass Ihr Kreislauf schlappmachen könnte. Wählen Sie besonders milde Saunen, wie Bio-Saunen mit Temperaturen zwischen 45-60°C und Dampfbäder. Zwingen Sie sich nicht zum eiskalten Abduschen. Für den Körper ist es nun besser, wenn er geschont wird. Ein lauwarmes Abduschen des Schweißes reicht vollkommen. Planen Sie längere Ruhepausen ein und belassen Sie es lieber bei ein oder zwei Saunagängen. Sobald die Erkältung komplett abgeklungen ist, können Sie die Sauna dann wieder ganz nach Wunsch genießen.

Mythos vorbeugende Wirkung

Eine der hartnäckigsten Mythen rund um die Sauna ist die Behauptung, dass regelmäßige Saunabesuche Erkältungen vorbeugen können. Dies stimmt jedoch nur bedingt. Tatsächlich stärkt die Sauna das Immunsystem allgemein, so dass es leichter und schneller mit Eindringlingen fertig wird. Ein Freibrief ist dies jedoch nicht. Gerade wenn es im Winter überall von Viren und Bakterien wimmelt und Sie dem Niesen und Husten anderer Menschen im Büro, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kino und Theater ausgesetzt sind, ist das Immunsystem schnell überfordert. Verlassen Sie sich also nur Grippesaison nicht nur auf Ihre Saunabesuche, sondern beachten Sie vor allem wichtige Hygiene-Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen. Damit verhindern Sie viel eher, dass Viren einer anderen Person von einer Türklinke über Ihre Hand an die Nase und in die Schleimhäute gelangen. 

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